Die Kinder

Unsere Kinder und Jugendlichen

Die Kinder haben keine Eltern mehr, kein Zuhause. Sie sind zwischen 2 und 20 Jahren alt. Einige von ihnen, ohne jede bekannte Vorgeschichte, erhielten erst im Heim einen Namen. Andere wiederum haben den Tod ihrer Eltern miterlebt, wurden als Arbeitskräfte mißbraucht, bis die Straße ihre Zuflucht wurde.

Kinder im Slum von Mathare Valley

Jedes einzelne Kind hat eine ganz spezielle Geschichte, oft von Hunger, Leid und Elend geprägt. Wir wollen Ihnen die Geschichte von einigen, stellvertretend für die 170 Kinder die derzeit im Waisenhaus leben, näher vorstellen.

Bitte haben Sie Verständnis, dass wir Bilder und detaillierte Informationen zu einzelnen Kindern nicht im Internet veröffentlichen. Bei Interesse erfragen Sie diese bitte bei Willy und Asuna Schneider.

 

Shikami Brayan

Seine Eltern starben, als er zwei Jahre alt war. Ein schwere Zeit begann für ihn. Niemand kümmerte sich um sein Wohlbefinden. Mangel-Ernährung und fehlende Pflege führten schließlich zu ernsthaften Gesundheitsschäden. Halb tot wurde er ins Heim gebracht. Hier wurde er medizinisch versorgt und liebevoll betreut.

Heute ist er auffällig aktiv, stellt viele Fragen und hat stets ein gewinnendes Lächeln. Er ist seit seiner Geburt HIV positiv. Außerdem wird seine Epilepsie behandelt.Malaikas Home versucht alles, was möglich ist, um ihm eine Zukunft zu ermöglichen. Wir alle lieben ihn sehr.


Kinder beim BastelnKindergruppe
   

Nickson Imbali

Was für ein Leben war mein Dasein. Leben ohne Unterschiede, ohne Nacht und Tag. Die ganze Zeit streifte ich umher, immer auf der Suche nach etwas Eßbarem. Ich drehte jeden Mülleimer um, schaute in jede Plastiktüte, immer auf der Suche nach etwas zu Essen, denn ich war bettelarm, und hoffnunglos.

Hilf den Armen, Hilf den Armen! Das war mein tägliches Lied an vorübereilende Passanten und Ladenbesitzer. Ich war ein junger Bettler, ohne Mutter und Vater. Manchmal stand ich am Zaun vor der Schule und dachte bei mir, das da drin wäre für mich der Himmel.

Mein Alltag war voll Kummer und Schmerz. Die Nachtwächter jagten mich und wollten mich verprügeln. Waschen und Baden war eine große Schwierigkeit, denn ich hatte kein Wasser und keine Zeit.

Ich lebte in Hauseingängen, kaputte Fahrräder bildeten mein komfortables Zuhause. Gierig sammelte ich Zigarettenstummel und verfaulte Mangos auf den Straßen. Ich aß alles, ohne Rücksicht auf meine Gesundheit.

Eines Tages kam ein guter Mensch vorbei, las mich auf, und brachte mich unter Mitwirkung des Jugendamtes ins Malaika Children's Home. Ich freue mich über mein neues Leben, das voll Hoffnung ist. Ich bete für alle Kinder, die auf der Straße zurückbleiben, dass sie irgendwann, irgendwo auch ihre Chance bekommen, anders leben zu dürfen.


JungeKindergruppeMädchen mit Korb
   

Velma Rukia Khasungu

Sie ist die Jüngste der beiden Kinder. Über die Familie wissen wir wenig. Die alleinerziehende Mutter ist unbekannt verzogen. Die arme, alte und kranke Großmutter versuchte, sich um die beiden Kinder zu kümmern. In ihrer Verzweiflung bat sie den Chief (Bürgermeister), das Jugendamt einzuschalten. Die beiden Geschwister sind jetzt in Malaika Children's Home und machen gute Fortschritte.Ihre Großmutter ist kürzlich verstorben.


Kinder beim LernenEs ist sooo schön in Malaika
   

Duncan Aslako

Niemals werde ich aufhören, für das Wunder in meinem Leben zu danken. Ich war noch ein Kind, als mein Vater starb. Meine Mutter wurde zu jener Zeit von Jahr zu Jahr schwächer. Meine jüngere Schwester hielt es fast nicht mehr aus und wollte meinem Vater nachfolgen und sterben. Eines Tages rannte sie fort von zu Hause, da wir meistens hungerten.

Ich selbst war auch verzweifelt und sagte mir, besser du lebst auf der Straße, als ohne Essen und Zukunft zu Hause. So ging ich in die Hauptstadt Nairobi. Eines Tages traf ich einen Bekannten aus meiner Heimat, er sagte: "Duncan, Gott steh dir bei, Deine Mutter ist gestorben". Ich dachte zunächst an Selbstmord, aber es gab trotz allem Elend auf der Straße auch Menschen, die sagten, "Duncan, hör nicht auf zu hoffen, dass du überlebst". Ich lebte von Essensresten aus Mülleimern, aber ich wurde nicht krank. Gott ist in meiner Nähe, die im Dreck leben, verläßt er nicht, sagte ich mir immer wieder.

Eines Tages beschloss ich, in meine Heimat zurückzukehren. Wie durch ein Wunder fand ich jemanden, der mich über die Behörden dem Kinderheim vermittelte. Was für ein neues Leben! Ich bekam Kleider, sogar welche zum wechseln. Ich wurde ein Schüler, bekam Pateneltern, das Schulgeld wurde bezahlt. Wir sind alle glücklich. Zu Hause pflanzen wir Mais, Bananen und Kraut, und halten Tiere.


Junge beim BastelnKindergruppeKinder beim Musizieren
   

Josphat

Ich komme vom Rift Valley, dem Nandi Nord Distrikt. Wir sind 6 Geschwister in unserer Familie, 2 Mädchen und 4 Jungen. Edward, der Älteste, lungert auf der Straße herum und sucht nach Gelegenheitsarbeit, nachdem er die Schule abgebrochen hatte.

Mein Vater John starb am 19. März an Hirnhautentzündung und meine Mutter Fridah am 6. Juli 2006 an Lungenentzündung. Unser Onkel nahm uns und die schwache Großmutter bei sich auf. Da wir spät eingeschult waren, und schwierige Zeiten der Krankheit der Eltern hinter uns hatten, besuchten wir noch die Grundschule. Das Leben beim Onkel wurde immer schwieriger für uns. Schließlich war es eine Qual. Die meiste Zeit gab es nichts zu essen. Wir gingen mit hungrigem Magen zum Unterricht. Auch sonst konnten wir uns nicht wie Kinder bewegen.

Da meine Großmutter selber abhängig vom Onkel war, konnte sie kaum etwas ändern an unserer Situation. Sie begann mit etwas Holzkohle zu handeln, aber der kleine Gewinn half wenig.

Nach dem Tod der Eltern kümmerte sich der Onkel um uns, aber dann wurden wir zur Last, was er uns sehr spüren ließ. Wir mussten hart für ihn arbeiten und er erlaubte uns nichts. Als wir es nicht mehr aushielten flüchteten wir zu unseren Nachbarn. Am nächsten Tag wurden wir aus dem Haus gejagt, da die Nachbarn den jähzornigen Onkel fürchteten.

Wir beschlossen, die Schule zu verlassen und uns irgendwie durchzuschlagen. Hier und da konnten wir eine Kleinigkeit verdienen, aber die Straße forderte ihren Tribut. Mein kleiner Bruder war voll von Wunden. Wir alle waren gesundheitlich angeschlagen. Eines Tages begegneten wir unerwartet unserem Cousin, der seine Arbeit in Nairobi verloren hatte und hier in einem kleinen Zimmer hauste. Er erbarmte sich unser, obwohl er selbst arbeitslos und ohne Einkommen war. Irgendwie versuchten wir jeden Tag zu überleben.

Er setzte sich beim Bürgermeister und dem Sozialamt für uns und unsere Misere ein. Mama Asuna war landesweit bekannt, ebenso Malaika Children ́s Home, eine Zufluchtsstätte für Kinder in Not. Und tatsächlich wurden unsere Gebete erhört. Gott vergisst seine Kinder im Elend nicht.

Es war der schönste Tag in unserem Leben als wir in Malaika Willkommen geheißen wurden. In dieser freundlichen Umgebung wird alles gut, sagten wir zueinander. Kaum vorstellbar nach dieser schier endlosen Quälerei im Hause unseres Onkels. Asuna sicherte uns zu, dass sie Freunde und Paten suchen wird in Deutschland, damit wir in unserem neuen Zuhause ohne Angst in Frieden leben und lernen können. Wir bekamen alle zu essen, wurden eingekleidet und medizinisch behandelt. Die Wunden heilten und mein kleiner Bruder begann wieder zu lachen und mit den anderen zu spielen. Es stimmt: „Wenn Gott für uns ist, wer kann gegen uns sein?“

Das ist meine kleine Lebensgeschichte mit meinen Geschwistern.


Kinder beim SpielenKinder und Jugendliche
   

Magdalyne

Ich komme vom „Mount Elgon“, dem Berg an der Grenze von Kenia und Uganda. Es ist ein schlimmes Gebiet, da es seit langer Zeit immer wieder kriegerische Auseinandersetzungen mit vielen Todesfällen gibt.

Unsere Familie besteht aus 9 Personen, 7 Geschwister mit Vater und Mutter. Ich weiß nicht, wer davon noch am Leben ist. Ich war zu Hause, etwa um 8 Uhr abends, als Gangster laut an unsere Tür klopften und Einlass forderten. Mein Vater verweigerte ihnen den Zugang. Kurz darauf flog ein Stück Felsen durch die sich öffnende Tür. Wir wurden angebrüllt von der hereinstürmenden Horde und mussten uns auf den Boden werfen. Mein Vater rief uns zu, dass wir um unser Leben rennen sollen. Wir flohen in alle Richtungen.

Ich selbst wurde gepackt und verlor mein Bewusstsein. Als ich wieder zu mir kam, fühlte ich starke Schmerzen, da die Mitglieder der Gang mich nacheinander vergewaltigten. Bald wurde ich erneut bewusstlos. Ich erwachte im Krankenhaus. Die herbeigerufene Polizei hatte mich dorthin gebracht.

Das Rote Kreuz kümmerte sich um mich und setzte sich für mich beim Jugendamt ein. Sie sagten mir, dass sie ein Heim suchten, wo meine Torturen und seelischen Qualen heilen können. So kam ich ins Kinderheim Malaika bei Kakamega, das landesweit als eines der besten Heime gilt.

Ich werde nie den Tag vergessen, als wir nach einer anstrengenden Fahrt in Malaika Children ́s Home ankamen. Das Team vom Roten Kreuz Kenya, das mich gerettet hatte, stellte mich dem Leiter, Mr. Luke Shitekha vor. Nach einigen Gesprächen wurde ich der Fürsorge in Malaika anvertraut. Es dauerte nicht lange bis ich mich in dieser Malaika-Gemeinschaft zu Hause fühlte, denn alle sind sehr herzlich, einladend und sozial. Sehr bald konnte ich die Schule besuchen, was auch mein Wunsch war. Wie in Malaika nahmen mich auch die Lehrer sehr freundlich auf und kümmerten sich um mich.

Meine große Sorge ist meine Familie, da ich nicht weiß, wohin alle meine Geschwister und meine Eltern geflohen sind und sich aufhalten. Die Unruhen im Gebiet des Mount Elgon gehen Tag für Tag weiter. In der Kapelle von Malaika bete ich oft für meine Familie, dass Gott sie behüten möge bis wir uns vielleicht eines Tages wiedersehen. Im Augenblick bin ich noch in der 4. Klasse. Ich strenge mich an, dass ich in die nächste Klasse versetzt werde. Die Chancen sind gut.

Es geht mir sehr gut in Malaika. Ich bin hier viel gesünder als ich es je zu Hause war. Ich danke Euch allen für Euren Schutz, Eure Fürsorge und die familiäre Unterstützung. God bless you all!